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Island

Stand: 13.01.2010

54° 43, 900'N und 010° 47,800'E



Bei dem Wrack handelt es sich um den ehemaligen Trawler "Island" der Deutschen Seefischerei in Cuxhafen. Es hat eine Länge von ca. 44,5m zwischen den Loten und ist ca. 8,70 m breit. Gebaut wurde die "Island" von der Reiherstiegwerft / Hamburg unter der Baunummer 541.  Als Antrieb wurde eine kohlebefeuerte  Dampfmaschine mit ca 510 hk eingebaut. Damit ereichte das Schiff eine Dienstgeschwindigkeit von knapp 10,1 kn.
Auch die "Island" wurde im Zweiten Weltkrieg, wie  viele andere Schiffe auch,  zu einem Vorpostenschiff, einem sog. "Dergl" ("Dergl" siehe Wrack Dr. Eichelbaum) umgerüstet.

Vorpostenboote sind seit der Antike und vielleicht auch schon früher als Schiffstyp bekannt. In alten griechischen Schriften findet man Hinweise, dass harmlose Fischerboote ausgeschickt wurden, um das herannahen einer feindlichen Flotte zu melden.
Selbstverständlich hatten auch die Fischer selbst ein großes Interesse, die Gefahr für Ihre Heimat, die Stadt oder das Dorf abzuwenden.
Auch während der napoleonischen Kriege, Frankreich gegen England, waren Fischerboote im Küstenvorfeld im Einsatz, natürlich im angemessenen Abstand zur kämpfenden Flotte.

Vorpostenboot

Auch im Ersten Weltkrieg bediente man sich aus der großen Zahl schon vorhandener Fischkutter in dem man sie kurzerhand zur Kaiserlichen Marine einzog.
Im Ersten Weltkrieg bewaffnete man die Boote erst mit kleinen Waffen später, als die Anforderungen im größer wurden, kamen größere Kaliber hinzu. Es wurde Minenschienen nachgerüstet um Defensivsperren zu legen, ebenso wurden die größeren Fischkutter unter anderem auch mit Wasserbomben und anderen U-Jagdwaffen ausgerüstet um der U-Bootabwehr zu dienen.

Im Zweiten Weltkrieg war es vor allem die deutsche Kriegsmarine, die Fischkutter im großen Stil als Vorpostenboote, Minenleger, U-Bootjäger und Räumfahrzeuge an die Front schickte.
Im Laufe des Krieges wurden ca. 1000 Fischdampfer eingezogen und für den Dienst in der Kriegsmarine entsprechend umgerüstet.

Die Fischdampfer, die während des Krieges auf den deutschen und in den von Deutschland kontrollierten Werften Frankreichs, der Niederlande, Dänemarks und Norwegen gebaut wurden, wurden als Fischdampfer konzipiert und dann zum Vorpostenboot umgerüstet.

Fischdampfer

In Friedenszeiten sollten sie dann, falls Sie den Krieg überstanden, mit wenig Aufwand zurückgerüstet werden um dann wieder als Fischereifahrzeug zu arbeiten.


Das Wrack heute:

Bericht von Sven Gust / Bremen

Durch einen schweren Ankertauminentreffer ist der Bug teilweise zerstört. Ansonsten steht das Wrack in 22m Wassertiefe, aufrecht, auf dem Kiel, mit dem Bug in nordwestlicher Richtung und mit weitgehend erhaltenen Aufbauten auf dem sandigen Grund, im südlichen Langelandbelt. Einige imposante Teile der Aufbauten ragen auch heute noch bis in eine Wassertiefe von 15m über dem Wrack.

Island nach dem Minentreffer

Das Wrack ist, begünstigt durch den höheren Salzgehalt und die wesentlich stärkere Strömung, bereits etwas schöner und abwechslungsreicher bewachsen als die südlich gelegeneren vergleichbaren Unglücksschiffe.
Ebenfalls sind hier mehr Fische (und mehr Arten) vertreten als vor der deutschen Ostseeküste. Leider ist das Wrack sehr stark mit allerlei Netzen behangen (grobe Schleppnetze, aber auch die gefährlicheren feinen Stellnetzen). Die Strömung kann hier heftige Formen annehmen, teilweise 2-5 kn, somit kann das Tauchen unter Umständen unmöglich werden. Eine längere Dekompressionspflicht sollte vermieden werden, da selbst wenige Minuten an der Bojenleine sehr ungemütlich werden können, außerdem fängt dann, selbst ein 25 Kilogramm schweres Grundgewicht, schnell an zu wandern und die Taucher, welche noch am Wrack sind, werden möglicherweise zu einem riskanten Aufstieg mit der Signalboje gezwungen.


Für Makro-Fotografen ist das Wrack ein lohnendes Ziel, da sich hier neben den Seenelken und Miesmuscheln auch Seeannmonen, Röhrenschwämme, Tote Mannshände, und Seescheiden vor die Linse bekommen lassen. Die Orientierung ist einfach, das Wrack aufgrund der starken Strömung und der vielen Netze jedoch nicht unbedingt Anfängern zu empfehlen.

Copyright © 2002 bei Peter Klink / Alle Rechte vorbehalten

Falls jemand etwas mehr über dieses Wrack weiß und nähere Angaben über dieses Wrack machen kann und möchte, oder vielleicht Fotos hätte, dann wären wir sehr dankbar, wenn er sein Wissen bzw. seine Fotos z.B. per E-Mail mit uns teilen würde.

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