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FK Falke III

Stand: 03.08.2011

GPS 54° 36,000 N  und 010° 42,000 E

 

 

Der Fischkutter Falke III aus Kappeln an der Schlei, war ein etwa 14 Meter langes und ca. 4,4m breites Fahrzeug, das 1958 auf einer Werft in Dänemark gebaut wurde. Der Kutter trug das Unterscheidungssignal DB 4275 und wurde von einer ca. 162 KW leistenden Dieselmaschine angetrieben. Seine durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei ca. 7,5 kn.

Das Fahrzeug war auf dem Rückweg von einer Fangreise, die am Samstag, den 01.10.1988 in Kappeln, dem Heimathafen des Kutters, begann und über Bornholm und wieder zurück nach Kappeln führte.

Vom Hafen Rönne / Bornholm / DK ging der Kutter FALKE III zusammen mit anderen Kuttern auf Dorschfang mit Schleppnetzen.

Am Mittwoch, den 05.10.1988 fuhren die Kutter SILBERMÖWE und FALKE III  zusammen auf Fang in das Seegebiet zwischen Bornholm und  Rügen.

Am Donnerstag, den 06.10.1988 wurde auf dem Adlergrund weitergefischt. Durch ein UKW Gespräch erfuhr Kapitän Richard T., dass auf dem Millionengrund (das ist in Fischerkreisen das Seegebiet zwischen Fehmarn und dem südlichen Langeland) gute Fänge gemacht wurden.

 

 

Teile des Rollernetzes

Die Besatzung entschloss sich den Fang auf dem Adlergrund abzubrechen und  in Richtung Westen, zum Millionengrund abzulaufen. Auf Grund des starken Windes überlegte man, im Schutze der Küste, der DDR,  gen Westen zu laufen.

Zur damaligen Zeit bestand die Möglichkeit, über die Küstenfunkstelle "Rügen Radio" durch eine UKW Anfrage bei den DDR Grenzern, nachzufragen, ob man, z.B. zum Schutze vor einem Sturm, durch die Hoheitsgewässer  der  DDR fahren darf. Meistens wurde dieses Ersuchen abgelehnt, aber an diesem Tage hatte man Glück.

Gegen 11:00 Uhr, am Donnerstag, 06.10.1988 bekam man über die Küstenfunkstelle Rügen Radio die Erlaubnis von den damaligen Grenzbehörden die Hoheitsgewässer der damaligen DDR zu durchfahren. Man verließ den Adlergrund mit dem Ziel Millionengrund. Der starke Wind wurde immer mehr zu Sturm, so dass der kleine Kutter mit seiner ganzen Kraft gegen den Sturm und die Wellen ankämpfen musste.

 

Um die nachmittags Zeit des 6.Oktober, führte man noch ein UKW Gespräch mit dem Kutter STRANDE aus Laboe. Kuno W., Kapitän der Strande, erfuhr dabei, das der Kutter Falke ca. 5 sm östlich vor Arkona stand. Diese unscheinbare Nachricht, war das letzte Lebenszeichen des Kutters, denn danach war die Verbindung abgerissen.

Am Sonntag, den 09.10. 1988 fand man auf der Insel Lolland, zwischen den Ortschaften Gottesgabe und Riddertofte am Strand eine Rettungsinsel des Kutters FALKE III. Sie war unbeschädigt und die Notausrüstung war vollständig vorhanden.

 

 

Es wurde die Fischereigenossenschaft Maasholm und die Ehefrau von Kapitän T. benachrichtigt. Diese benachrichtigten ihrerseits umgehend die Seenotleitung  der DGzRS in Bremen. In den frühen Morgenstunden, am Montag, des 10.Oktobers 1988  wurde sofort eine groß angelegte, gezielte Suche nach dem Kutter begonnen. Leider verlief die Suche ergebnislos.

 

Stumpf der
abgeschnittenen PropellerwelleErst am 16.Oktober wurden weitere Wrackteile, die vom FK FALKE III  stammten, entdeckt.

Das  deutsche Wracksuch-

schiff  "WEGA", vom Wasser und Schifffahrtsamt Lübeck, entdeckte schließlich das Wrack auf der Position 54°36N und 010°10’ E, nach dem dänische Fischer um diese Position einen  Ölfleck und Dieselgeruch wahrge-

nommen hatten.

Der Kutter lag in 25 m Tiefe mit dem Steven in 330°.

Das Wrack wurde durch Taucher am 23.Oktober,  am 30. November und am 07. Dezember durchsucht, bzw. abgetaucht, aber erst beim letzten Tauchgang wurde Richard T. im Ruderhaus gefunden. Er wurde geborgen und nach Kappeln gebracht. Vom Decksmann, Norbert L., fehlt  bis heute jede Spur.

 

 

In der Seeamtsverhandlung wurde festgestellt, dass der Kutter durch ein  verhängnisvolles Zusammentreffen starker Naturkräfte, wie etwa eine sehr grobe See in Verbindung mit einer starken Sturmböe sank. Er wurde wahrscheinlich von Backbord durch einen starken Brecher zur Seite nach Steuerbord gedrückt und ist dabei gesunken.

 

Lageplan FK Falke III

Das Wrack heute:

Heute liegt das Wrack auf der Stb.- Seite in 25m Wassertiefe mit dem Bug in mw 100° zeigend auf dem Ostseegrund und ist wunderschön mit großen Seenelken und allerlei anderem Ostseegetier bewachsen. Der Mast ist verbogen und zeigt zur Stb.- Seite geneigt über den Bug des Wracks.

Die Abdeckung über der Back war aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK)  und zeigt Risse, die wahrscheinlich vom Aufprall des Wracks auf dem Meeresgrund herrühren. Auf dieser Abdeckung ist auch heute noch ein schwerer Doppelkreuzpoller zu sehen.

Doppelkreuzpoller auf der BackDie Netzwinsch steht immer noch auf der Stb.-Seite an Ihrem angestammten Platz. Das schwere Rollernetz ist zum Teil abgewickelt und teils zwischen Wrack und Meeresboden eingeklemmt. Beide Scherbretter fehlen. Wahrscheinlich sind sie, wie auch der Propeller geborgen worden und erfüllen ihren Zweck nun auf einem anderen Kutter.

Der ehemalige Fischraum ist zur Hälfte mit Sand gefüllt

Weiter achtern kommt das Deckshaus. Der Eingang, an Stb.-Seite zum Inneren des Deckshauses, ist auf Grund der Enge rel. schwierig zu erreichen. Die Tür selbst ist nicht mehr vorhanden. Sie wurde wenige Tage später, nach dem man den Kutter vermisste, an einem  Strand der Insel Lolland / DK gefunden.

Das Fenster an der Backbordseite ist eingedrückt. Wahrscheinlich rührt das durch die Bergungsarbeiten her.

Hinten am Deckshaus, hinter dem Galgen für das Schleppnetz, ist  eine Tür auf Stb.Seite, die zum Maschinenraum führt. Diese Tür lässt sich zwar öffnen, aber trotzdem bleibt der Weg zum Maschinenraum versperrt. Der Niedergang zum Maschinenraum ist durch  ein querliegendes Ölfaß und allerlei andere lose Sachen blockiert. Direkt neben dieser Tür befindet sich noch eine zweite Tür die sich auch öffnen lässt, allerdings kommt dort nur ein kleines Schapp zum Vorschein.

Taucht man nun vom Oberdeck über das Schanzkleid zur Ruderhacke, so sieht man das immer noch auf Hart Bb. liegende Ruder. Der Rumpf weißt keine Schäden auf, die  einen plötzlichen Untergang erklären würden. In der Mitte des Rumpfes entdeckt man eine Art Rohrbündel. Dieses Rohrbündel ist ein "Walther Kühler" ein sogenannter Kielkühler und diente dazu das Frischkühlwasser der Antriebsmaschine durch Seewasser zurückzukühlen.

Das Wrack ist zu großen Teilen von einem bzw. mehreren Netzen, die vom Kutter selbst stammen bzw. von Netzen, die Fischer verloren haben überzogen.

 

Copyright © 2009 bei Peter Klink / Alle Rechte vorbehalten

Falls jemand etwas mehr über dieses Wrack weiß und nähere Angaben über dieses Wrack machen kann und möchte, oder vielleicht Fotos hätte, dann wären wir sehr dankbar, wenn er sein Wissen bzw. seine Fotos z.B. per E-Mail mit uns teilen würde.

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